Etsy DATEV Export: Buchungsstapel aus dem Etsy-Bestellexport
Etsy hat keine DATEV-Schnittstelle, aber einen Bestellexport: Im Shop-Manager lässt sich jeder Monat als CSV herunterladen. Aus dieser Datei wird hier der DATEV-Buchungsstapel (EXTF), den der Steuerberater direkt importiert — eine Buchung je Bestellung und Steuerfall, Versand getrennt, Lieferungen ins Ausland nach Land eingeordnet. Kein Zugang zum Etsy-Konto, keine App; die Datei wird im Arbeitsspeicher verarbeitet und nicht gespeichert.
Beta. Der Etsy-Import ist gegen die dokumentierten Spalten des Exports gebaut und getestet, aber noch nicht gegen einen echten Euro-Export mit Verkäufen und Erstattungen bestätigt. Bitte den ersten Stapel vor dem Import prüfen (Summen je Konto, Hinweise). Für die erste bestätigte Datei gibt es einen Gratismonat.
Der Export: „Bestellungen“
Im Etsy Shop-Manager unter Einstellungen → Optionen → Daten herunterladen bietet Etsy mehrere CSV-Dateien an. Gebraucht wird Bestellungen (englisch „Sold Orders“): eine Zeile je Bestellung, mit Warenwert, Rabatt, Versand, der von Etsy erhobenen Steuer, dem Gesamtbetrag und dem Lieferland. Die Datei „Bestellpositionen“ (eine Zeile je Artikel) wird erkannt und mit einem Hinweis abgelehnt.
Die Spaltennamen sind auch im deutschen Shop-Manager englisch, Datumsangaben stehen im US-Format (Monat/Tag/Jahr); beides wird so gelesen. Erwartet werden mindestens Sale Date, Order ID, Order Total, Sales Tax und Ship Country. Gewählt wird ein Kalendermonat je Datei.
Kein Steuersatz in der Datei
Etsy kennt den Umsatzsteuersatz des Verkäufers nicht: Die Preise stehen so im Export, wie sie im Shop eingetragen sind, ohne Satz und ohne Nettobetrag. Gebucht wird deshalb der Regelsatz — 19 % bei Lieferungen innerhalb Deutschlands, bei OSS-Registrierung der Regelsatz des Bestimmungslandes. Die Vorschau sagt das einmal je Datei. Wer Artikel zu 7 % verkauft (etwa Bücher), bucht diese Umsätze nach dem Import um.
Aus dem Lieferland folgt der Steuerfall, wie bei allen Plattformen: Inland auf 8400, Lieferungen in Drittländer wie die Schweiz, Großbritannien oder die USA als steuerfreie Ausfuhr auf 8120, EU-Lieferungen an Privatkunden bei OSS auf 8339 (SKR04: 4400, 4120, 4339). Gegenkonto ist das Geldtransitkonto 1362 (SKR04: 1462), denn Etsy Payments zahlt alle Bestellungen aus einem Guthaben aus, auch die mit PayPal bezahlten.
Kleinunternehmer nach § 19 UStG
Viele Etsy-Shops sind Kleinunternehmer und weisen keine Umsatzsteuer aus. Dafür gibt es in den Einstellungen des Mandanten den Schalter Kleinunternehmer (§ 19 UStG): Dann wird jeder Verkauf und jede Erstattung ohne Umsatzsteuer auf das Kleinunternehmer-Erlöskonto gebucht — 8195 im SKR03, 4185 im SKR04 —, unabhängig vom Lieferland. Der Hinweis zum Regelsatz entfällt. Kleinunternehmer und OSS schließen sich aus; die Einstellungen lassen nur eins zu.
Steuer, die Etsy selbst abführt
Für bestimmte Lieferungen erhebt Etsy die Steuer beim Käufer und führt sie selbst ab — etwa die Sales Tax in den USA oder die britische VAT auf Bestellungen bis 135 £. Diese Beträge stehen in der Spalte Sales Tax. Sie sind nicht Umsatz des Verkäufers und werden vom Gesamtbetrag abgezogen, bevor gebucht wird.
Rabatte, Versand, Erstattungen
- Rabatte und Gutscheincodes stecken bereits im Gesamtbetrag; gebucht wird, was der Käufer bezahlt hat.
- Versand (abzüglich Versandrabatt) wird als eigene Zeile gebucht und steuerlich wie die Ware behandelt.
- Erstattungen: Der Export nennt kein Erstattungsdatum. Ist der angepasste Gesamtbetrag (
Adjusted Order Total) kleiner als der ursprüngliche, wird die Differenz zum Monatsende als Erstattung gebucht; eine als erstattet markierte Bestellung ohne angepassten Betrag als volle Erstattung. - Stornierte Bestellungen und Bestellungen in anderen Währungen als Euro werden übersprungen und in der Vorschau aufgezählt.
Was noch fehlt: Etsy-Gebühren
Transaktions-, Zahlungs-, Einstellgebühren und Etsy Ads stehen nicht im Bestellexport, sondern in der Monatsabrechnung (Finanzen → Zahlungskonto). Sie werden derzeit nicht gebucht. Etsy stellt diese Gebühren aus Irland in Rechnung; für Unternehmer mit USt-IdNr. fallen sie in der Regel unter das Reverse-Charge-Verfahren (§ 13b UStG), das der Steuerberater verbucht. Der Import der Monatsabrechnung ist in Arbeit.
Kosten
19 € je Mandant und 30 Tage oder 149 € im Jahr, 14 Tage kostenlos ohne Karte; Kanzleien zahlen 49 € je 30 Tage für 10 Mandanten, jeder weitere 4 €. Ein Mandant kann mehrere Plattformen haben — wer neben Etsy einen eigenen Shop mit Shopify, WooCommerce, Wix oder Shopware betreibt, lädt beide Exporte in denselben Mandanten.
Kostenlos im Browser: Bestellexport prüfen zeigt die Umsätze einer Etsy-CSV je Steuerfall, bevor ein Konto angelegt ist; die Kontentabelle SKR03/SKR04 listet die Konten für den Steuerberater.
Häufige Fragen
Gibt es eine DATEV-Schnittstelle von Etsy? Nein. Etsy bietet CSV-Exporte, aber keine Anbindung an DATEV. Der Weg führt über den Export „Bestellungen“ und den Upload hier.
Ich bin Kleinunternehmer — wird trotzdem Umsatzsteuer gebucht? Nicht, wenn in den Einstellungen „Kleinunternehmer (§ 19 UStG)“ gesetzt ist. Dann läuft alles ohne Steuer auf 8195 (SKR04: 4185).
Warum wird mit 19 % gebucht, obwohl ich Bücher verkaufe? Weil der Etsy-Export keinen Steuersatz enthält. Umsätze zu 7 % werden nach dem Import umgebucht; die Vorschau weist darauf hin.
Werden die Etsy-Gebühren gebucht? Noch nicht. Sie stehen in der Monatsabrechnung, deren Import in Arbeit ist.
Werden Lieferungen in die Schweiz oder nach Großbritannien richtig eingeordnet? Ja, als steuerfreie Ausfuhr. Steuer, die Etsy dort selbst erhoben hat, wird nicht als Umsatz gebucht.
Laden Sie den Etsy-Export „Bestellungen“ eines Monats hoch: https://buchungsstapel.de/.