Shopware 6 DATEV Export per CSV: das Exportprofil „Buchungsstapel“
Shopware 6 hat im Kern einen Bestellexport (Einstellungen → Import/Export), aber das mitgelieferte Profil „Default orders“ ist für die Buchhaltung unbrauchbar: Es enthält weder Steuern noch Währung, und Länder erscheinen als interne IDs. Mit einem einmal angelegten eigenen Profil liefert derselbe Export alles, was für den monatlichen DATEV-Buchungsstapel nötig ist — ohne Plugin, ohne Adminzugang für die Kanzlei. Diese Seite beschreibt das Profil, die Buchungslogik und die Grenzen. Geprüft mit Shopware 6.7.
Das Profil anlegen (einmalig, 5 Minuten)
Einstellungen → Shop → Import/Export → Reiter „Profile“ → „Neues Profil“:
- Name:
Buchungsstapel - Objekttyp: Bestellungen
- Typ: Export
- Dateityp: CSV, Trennzeichen
;, Textbegrenzer"
Dann im Reiter „Zuordnungen“ diese 18 Felder hinzufügen. Der Spaltenname, den Shopware beim Hinzufügen vorschlägt (Feldpfad mit _ statt .), kann so bleiben — der Konverter erkennt beide Schreibweisen:
| Feld in Shopware | Spalte in der CSV |
|---|---|
orderNumber |
orderNumber |
orderDateTime |
orderDateTime |
currency.isoCode |
currency_isoCode |
taxStatus |
taxStatus |
amountTotal |
amountTotal |
amountNet |
amountNet |
shippingTotal |
shippingTotal |
stateMachineState.technicalName |
stateMachineState_technicalName |
transactions.stateMachineState.technicalName |
transactions_stateMachineState_technicalName |
transactions.paymentMethod.handlerIdentifier |
transactions_paymentMethod_handlerIdentifier |
orderCustomer.firstName |
orderCustomer_firstName |
orderCustomer.lastName |
orderCustomer_lastName |
orderCustomer.email |
orderCustomer_email |
orderCustomer.company |
orderCustomer_company |
orderCustomer.vatIds |
orderCustomer_vatIds |
billingAddress.company |
billingAddress_company |
billingAddress.country.iso |
billingAddress_country_iso |
deliveries.shippingOrderAddress.country.iso |
deliveries_shippingOrderAddress_country_iso |
Speichern. Ab dann monatlich: Import/Export → Export → Profil „Buchungsstapel“ → Exportieren, Datei herunterladen, bei Buchungsstapel hochladen (oder über den Upload-Link der Kanzlei). Shopware verarbeitet den Export im Hintergrund; bei großen Shops dauert es einen Moment, bis die Datei bereitsteht.
Was aus der Datei gebucht wird
Gebucht werden Bestellungen, deren Zahlung den Status paid, paid_partially, refunded oder refunded_partially hat. open, authorized, cancelled, failed und ähnliche Status haben keinen Umsatz erzeugt und werden übersprungen — sie stehen in der Vorschau unter „nicht gebucht“.
Je Bestellung entstehen Buchungszeilen je Steuersatz, Bruttobetrag auf das Geldtransitkonto der Zahlungsart, Gegenkonto Erlöskonto: SKR03 8400 (19 %), 8300 (7 %), 8120 (Ausfuhr), 8336 (Reverse Charge), 8339 (OSS); SKR04 4400/4300/4120/4336/4339. Das Lieferland (deliveries.shippingOrderAddress.country.iso, ersatzweise Rechnungsland) bestimmt die Steuerklasse wie bei allen Plattformen — siehe OSS-Buchungen aus dem Shop.
Der Steuersatz wird aus den Summen ermittelt. Shopwares Export kann die Preisstrukturen (price, calculatedTaxes) nicht ausgeben, deshalb gibt es keine Steuer je Position. Aus amountTotal und amountNet ergibt sich die Steuer; bei einem Satz ist die Zuordnung eindeutig. Eine deutsche Bestellung mit 19 %- und 7 %-Artikeln wird aus Bruttosumme und Steuer exakt aufgeteilt (zwei Gleichungen, zwei Unbekannte) — das entspricht dem, was Shopware intern berechnet hat, einschließlich der anteiligen Versandsteuer. Bei EU-Bestellungen mit einem ungewöhnlichen Satz oder wenn nichts aufgeht, wird der nächstliegende Satz gebucht und die Bestellung markiert.
Versand steht in shippingTotal brutto und folgt anteilig der Ware, so wie Shopware ihn besteuert.
USt-IdNr. des Kunden. Ein Vorteil gegenüber Shopify und WooCommerce: orderCustomer.vatIds steht im Export. Eine steuerfreie EU-Lieferung an ein Unternehmen mit USt-IdNr. wird als innergemeinschaftliche Lieferung auf 8336 gebucht mit gefülltem Feld 40 — der Steuerberater muss nichts nachtragen. Fehlt die USt-IdNr., bleibt Feld 40 leer und die Vorschau weist darauf hin.
Datum. Shopware exportiert UTC (2026-08-30T17:37:48+00:00); das Belegdatum ist der Tag in der Zeitzone des Mandanten (Standard Europe/Berlin). Eine Bestellung um 23:30 UTC am Monatsletzten gehört damit in den Folgemonat.
Was der Export nicht enthält
- Erstattungsbeträge. Shopware kennt den Zahlungsstatus
refundedundrefunded_partially, exportiert aber keinen Betrag und kein Datum. Eine vollständig erstattete Bestellung (auch nach Storno) wird gebucht und am Monatsende komplett zurückgebucht, mit Hinweis. Eine Teilerstattung wird nicht gebucht — der Betrag ist nicht in der Datei; die Vorschau nennt die Bestellung, der Steuerberater bucht den Betrag aus der Gutschrift. - Zahlungsgebühren (PayPal, Kreditkarte) — wie bei allen Bestellexporten nicht enthalten.
- Positionen. Gutscheinverkäufe und Trinkgeld sind nicht als solche erkennbar und laufen im Erlös mit.
Für Shops mit vielen Teilerstattungen oder Gutscheinen ist ein Connector oder das Shopware-DATEV-Plugin des Anbieters die vollständigere Lösung — siehe Buchungsstapel oder Connector?.
Werkzeug dazu, kostenlos im Browser: Bestellexport prüfen erkennt die Datei aus dem Exportprofil und zeigt, was daraus gebucht würde und was der Export nicht enthält.
Häufige Fragen
Kann ich das Standardprofil „Default orders“ verwenden? Nein. Es enthält keine Steuer und keine Währung; der Konverter lehnt die Datei mit einem Hinweis auf diese Seite ab.
Die Kanzlei soll den Export selbst ziehen — braucht sie Adminrechte? Nein. Der Händler legt das Profil einmal an und exportiert monatlich, oder der Steuerberater schickt ihm den Upload-Link, über den die Datei direkt in die Kanzlei geht. Niemand außer dem Händler braucht Zugriff auf das Shopware-Backend.
Warum steht der Steuersatz nicht direkt im Export?
Shopwares Import/Export exportiert nur einfache Felder; die Steuerberechnung liegt in einer Struktur (price.calculatedTaxes), die der Exporter nicht schreibt. Deshalb die Rückrechnung aus den Summen, die bei deutschen Shops eindeutig ist.
Legen Sie das Profil an, exportieren Sie einen Monat und prüfen Sie die Vorschau: https://buchungsstapel.de/.