BMD und RZL: Shop-Umsätze aus Shopify, WooCommerce & Co. in die österreichische Buchhaltung
Österreichische Kanzleien buchen in BMD NTCS oder RZL, die Shop-Systeme liefern dafür nichts Passendes: Shopify, WooCommerce, Shopware, Wix, Etsy und Kaufland kennen keine BMD-Schnittstelle, und die DATEV-Apps buchen mit deutschen Steuersätzen auf deutsche Konten. Hier wird aus dem monatlichen Bestellexport des Shops eine Buchungsdatei nach österreichischem Recht — eine Buchung je Bestellung und Steuerfall, Versand getrennt, Lieferungen ins Ausland nach Land eingeordnet — wahlweise als BMD-Buchungsimport (CSV für NTCS) oder im DATEV-Format, das RZL direkt importiert. Kein Zugang zum Shop, keine App; die Datei wird im Arbeitsspeicher verarbeitet und nicht gespeichert.
Beta — kostenlos. Die österreichische Variante ist nach den Schnittstellenbeschreibungen von BMD und RZL gebaut und getestet, aber noch von keiner Kanzlei importiert worden. Deshalb kostet der Download für Mandanten mit dem Kontenrahmen EKR derzeit nichts. Dafür bitten wir um eine kurze Rückmeldung, ob der Import in BMD oder RZL geklappt hat — und wenn nicht, was das Programm gemeldet hat: support+stapel@justarobot.online.
Einrichtung: Kontenrahmen EKR
In den Einstellungen des Mandanten wird als Kontenrahmen EKR (Österreich) gewählt. Damit stellt sich alles Weitere um: Inland heißt Österreich, die Steuersätze sind 20, 10 und 13 %, OSS gilt für jedes EU-Land außer Österreich. Darunter steht das Exportformat:
- BMD NTCS — Buchungsimport (CSV): die Datei für FIBU → Buchen → Import bzw. das Programm pr08 (variabler Satzaufbau). Berater- und Mandantennummer werden nicht gebraucht.
- DATEV-Format — für RZL: RZL FIBU und RZL EA-Rechnung importieren das DATEV-CSV-Format (Buchungsstapel/EXTF). Die Berater- und Mandantennummer im Dateikopf nennt die Kanzlei.
Die Konten sind mit dem BMD-Standardkontenrahmen vorbelegt und je Mandant änderbar; die Kanzlei bestätigt sie einmal — dafür gibt es den Knopf Kontenzuordnung an den Steuerberater, der die Liste als Mail verschickt.
| Steuerfall | Konto (Vorbelegung) |
|---|---|
| Erlöse 20 % | 4000 |
| Erlöse 10 % | 4100 |
| Erlöse 13 % | 4200 |
| Ausfuhr Drittland (Schweiz, UK, USA …), 0 % | 4600 |
| EU-Unternehmer mit UID (innergemeinschaftliche Lieferung) | 4500 |
| EU-Privatkunden bei OSS-Registrierung, Satz des Bestimmungslandes | 4700 |
| Kleinunternehmer (§ 6 Abs. 1 Z 27 UStG), ohne Umsatzsteuer | 4050 |
| Gutschein-Verbindlichkeit | 3600 |
| Geldtransit Shopify Payments / PayPal / sonstige | 2850 / 2851 / 2852 |
| Zahlungsgebühren | 7790 |
Steuerfälle aus dem Lieferland
Der Steuerfall folgt aus Lieferland und Steuersatz der Bestellung, wie bei der deutschen Variante — nur mit österreichischer Logik:
- Inland: 20, 10 oder 13 % je nach Position; Versand anteilig wie die Ware. Ein Satz, den Österreich nicht kennt (etwa 19 %), wird als Hinweis gemeldet und mit 20 % gebucht.
- Drittland: steuerfreie Ausfuhr, 0 %, in der BMD-Datei mit Steuercode 5.
- EU-Unternehmer mit UID: innergemeinschaftliche Lieferung, 0 %, Steuercode 7; die UID steht im DATEV-Format in Feld 40 (Shopware liefert sie, die anderen Exporte nicht — dann ergänzt die Kanzlei).
- EU-Privatkunden: Bei gesetzter OSS-Registrierung mit dem Satz des Bestimmungslandes auf das OSS-Konto — eine Lieferung nach Deutschland also mit 19 %. Ohne OSS-Registrierung (Umsätze unter der EU-weiten Schwelle von 10 000 €) mit österreichischer Umsatzsteuer. Die OSS-Meldung selbst läuft in Österreich über FinanzOnline; die hier angebotene OSS-Meldung ist auf das deutsche BZSt-Portal zugeschnitten und für EKR-Mandanten ausgeblendet.
- Kleinunternehmer: Mit dem Schalter in den Einstellungen wird jeder Verkauf ohne Umsatzsteuer auf das Kleinunternehmer-Konto gebucht, unabhängig vom Lieferland.
Die BMD-Datei
Der BMD-Buchungsimport ist eine Textdatei mit Strichpunkt als Trennzeichen, deren erste Zeile die Spalten benennt — BMD erkennt den Satzaufbau daran. Je Buchung stehen Belegnummer (die Bestellnummer), Beleg- und Buchungsdatum, Konto und Gegenkonto, Soll/Haben-Code, Nettobetrag, Steuersatz, Steuerbetrag, Steuercode, Buchungssymbol AR, die Bestellnummer als externe Belegnummer und der Buchungstext. Das Erlöskonto steht immer im Feld Konto (nur dort rechnet BMD die Steuer), das Geldtransitkonto im Gegenkonto; Erlöse sind im Haben und daher negativ, Erstattungen positiv. Die Kennzeichen verbuchkz A und gegenbuchkz E sorgen dafür, dass BMD Gegen- und Sammelbuchungen selbst erzeugt — die Datei enthält keine. Zeichensatz ist ANSI (Windows-1252), wie bei der DATEV-Datei.
Für OSS- und Kleinunternehmer-Zeilen nennen die öffentlichen BMD-Unterlagen keinen Steuercode; sie tragen Code 0 und das jeweilige Konto. Ob die Kanzlei hier einen eigenen Code hinterlegt hat, klärt der erste Import — genau die Rückmeldung, um die wir bitten.
Die RZL-Datei
RZL ist registrierter DATEV-Schnittstellenpartner und liest das DATEV-CSV-Format (Version 1.4 mit den Ergänzungen von 2015) in FIBU und EA-Rechnung ein. Die Datei ist dieselbe wie für deutsche Kanzleien, nur mit den EKR-Konten; BU-Schlüssel bleiben leer, die Umsatzsteuer kommt aus dem Steuerschlüssel, der am Konto hinterlegt ist. Berater- und Mandantennummer stehen im Dateikopf — welche Werte RZL dort erwartet, sagt die Kanzlei.
Plattformen
Shopify (Bestellexport als CSV), WooCommerce (Order-Export-Plugin), Shopware 6 (Exportprofil, Anleitung unter Shopware), Wix („Gekaufte Artikel“), Etsy („Bestellungen“, Beta) und Kaufland („Ihre Buchungen“, Beta). Ein Mandant kann mehrere Plattformen haben; die Datei wird am Inhalt erkannt. Nur Euro-Exporte.
Was in der Beta offen ist
- Zeichensatz: Die pr08-Beschreibung nennt ANSI; neuere Anleitungen zu NTCS sprechen von UTF-8. Wir liefern ANSI. Falls Umlaute im Buchungstext falsch ankommen, bitte melden — die Umstellung ist eine Zeile.
- Steuercodes für OSS und Kleinunternehmer (siehe oben).
- Kontonummern: Der BMD-Standard und die RZL-Beispiele (4120/4100/4011, Export 4101, igL 4155) weichen voneinander ab; jede Kanzlei hat ihren Plan. Die Vorbelegung ist ein Vorschlag.
- Belegnummern sind in BMD numerisch mit höchstens neun Stellen; längere Bestellnummern (Etsy) werden gekürzt, die volle Nummer steht im Buchungstext.
Kosten
Während der Beta kostenlos für Mandanten mit Kontenrahmen EKR. Danach wie für deutsche Mandanten: 19 € je Mandant und 30 Tage oder 149 € im Jahr; Kanzleien 49 € je 30 Tage für 10 Mandanten, jeder weitere 4 €. Wer in der Beta eine Rückmeldung zum Import schickt, bekommt als Dank einen Gratismonat, sobald die Beta endet.
Kostenlos im Browser und ohne Konto: Bestellexport prüfen zeigt die Umsätze einer Export-Datei je Steuerfall.
Häufige Fragen
Gibt es eine BMD-Schnittstelle für Shopify oder WooCommerce? Nicht von BMD und nicht von den Shops. Der Weg führt über den monatlichen Bestellexport und den Buchungsimport (pr08 / NTCS Import), den jede BMD-Kanzlei hat.
Mein Steuerberater arbeitet mit RZL — was lade ich ihm hoch? Das DATEV-Format. RZL importiert es direkt; die Konten sind die des EKR.
Werden die Zahlungsgebühren (Shopify Payments, PayPal, Stripe) gebucht? Mit der optionalen Auszahlungs-CSV des Zahlungsanbieters ja, auf 7790 — ohne Umsatzsteuer; die Reverse-Charge-Behandlung der Gebühren aus dem EU-Ausland bucht die Kanzlei.
Ich verkaufe nach Deutschland — welcher Steuersatz? Mit OSS-Registrierung 19 % (deutscher Satz) auf das OSS-Konto. Ohne OSS-Registrierung 20 % österreichische Umsatzsteuer, solange die EU-weite Schwelle von 10 000 € nicht überschritten ist.
Was passiert, wenn der Import in BMD scheitert? Bitte die Meldung von BMD an support+stapel@justarobot.online schicken. Die Datei ist ein einfaches Textformat; Anpassungen sind schnell gemacht, und die Beta bleibt so lange kostenlos.
Laden Sie den Bestellexport eines Monats hoch und wählen Sie den Kontenrahmen EKR: https://buchungsstapel.de/.