Taxdoo-Ende: OSS-Meldung und DATEV-Buchhaltung jetzt getrennt lösen
Zum 30. April 2026 hat Taxdoo seine Umsatzsteuer-Services eingestellt: Registrierungen im Ausland, laufende Meldungen und die OSS-Meldung werden nicht mehr angeboten; das Unternehmen konzentriert sich auf ein Buchhaltungsprodukt. Als Begründung nennt Taxdoo die EU-Reform „ViDA“ (VAT in the Digital Age), die die Umsatzsteuer-Compliance bis 2028 weitgehend automatisieren soll.
Für Händler, die Taxdoo genutzt haben, sind damit zwei Dinge gleichzeitig weggefallen, die vorher wie ein Problem aussahen – und die sich jetzt am besten getrennt lösen lassen:
- Die OSS-Meldung selbst – die vierteljährliche Abgabe beim Bundeszentralamt für Steuern.
- Die Buchhaltungsdaten für den Steuerberater – die monatlichen Umsätze als DATEV-Buchungsstapel, nach Land und Steuersatz getrennt.
Die OSS-Meldung: oft geht es ohne bezahltes Tool
Seit der OSS-Reform 2021 ist die Meldung für den Direktversand deutlich einfacher geworden, als sie zu Zeiten der Einzelregistrierungen war: eine Meldung pro Quartal über das BZSt-Online-Portal, abzugeben bis zum Ende des Folgemonats. Gebraucht werden die Bemessungsgrundlagen je Bestimmungsland und Steuersatz – Zahlen, die eine sauber getrennte Buchhaltung ohnehin enthält.
Viele Händler mit überschaubarem EU-Geschäft geben die Meldung deshalb selbst oder über ihre Steuerkanzlei ab. Wer das nicht will, findet weiterhin spezialisierte Meldedienste.
Die Zahlen dafür liefert Buchungsstapel seit September 2026 aus denselben Bestellexporten, aus denen der DATEV-Stapel entsteht: die OSS-Meldung eines Quartals als Importdatei für das BZSt-Online-Portal, mit Umsatzreport, Berichtigungen und Lieferschwelle – abgegeben wird sie weiterhin vom Händler oder der Kanzlei im Portal. Eine Vorschau ohne Anmeldung gibt es unter /tools/oss-vorschau.
Die DATEV-Seite: das ersetzt Buchungsstapel
Was der Steuerberater jeden Monat braucht, ist von der Meldung unabhängig: ein Buchungsstapel, in dem EU-Umsätze richtig getrennt sind. Buchungsstapel erzeugt ihn aus dem Bestellexport, den der Shop ohnehin anbietet – ohne Plugin und ohne Zugriff auf den Shop-Admin:
- OSS-Umsätze auf 8339 (SKR04: 4339), mit Bestimmungsland und Satz in den Feldern 40/41 – je Land und Satz eine eigene Buchung, aus der die Kanzlei die OSS-Bemessungsgrundlagen ziehen kann.
- Reverse Charge (EU-B2B) auf 8336, Ausfuhr auf 8120, Inland auf 8400/8300.
- Erstattungen, Versand, Gutscheine – Details im Beitrag zu OSS-Buchungen aus dem Shop.
Unterstützt sind Shopify, WooCommerce, Wix und Shopware; jede Lücke der CSV steht als Hinweis in der Vorschau.
Ehrlich: was Buchungsstapel nicht ersetzt
- Die Abgabe der OSS-Meldung. Buchungsstapel bereitet die Meldung vor und erzeugt die Importdatei, gibt aber nichts beim BZSt ab und ist kein Compliance-Dienst. Die Abgabe macht der Händler, die Kanzlei oder ein Meldedienst.
- Registrierungen im Ausland. Wer über die OSS-Grenzen hinaus registrierungspflichtig ist, braucht dafür weiterhin einen Dienstleister oder Berater.
- Amazon FBA. Taxdoos Kerndisziplin – innergemeinschaftliche Verbringungen zwischen Amazon-Lagern und die daraus folgenden Registrierungspflichten – deckt Buchungsstapel nicht ab, und Amazon-Exporte werden derzeit nicht importiert. FBA-Händler mit Ware in ausländischen Lagern brauchen einen spezialisierten Compliance-Dienst.
Häufige Fragen
Ersetzt Buchungsstapel Taxdoo? Die Buchhaltungsseite und die Vorbereitung der OSS-Meldung, für unterstützte Plattformen: aus dem Bestellexport werden der monatliche DATEV-Buchungsstapel und je Quartal die OSS-Importdatei für das BZSt-Portal. Die Abgabe, Auslandsregistrierungen und Amazon-FBA-Verbringungen ersetzt Buchungsstapel nicht.
Wer gibt die OSS-Meldung jetzt ab? Der Händler selbst über das BZSt-Online-Portal, die Steuerkanzlei oder ein spezialisierter Meldedienst. Die Meldung ist quartalsweise fällig, bis zum Ende des Monats nach Quartalsende.
Was bekommt der Steuerberater? Je Monat eine EXTF-Datei für DATEV Kanzlei-Rechnungswesen, mit einer Buchung je Steuersatz und Bestellung und allen Hinweisen zu Lücken der CSV. Eine Vorschau mit Summen je Konto gibt es vor jedem Download.
Was ist mit Amazon-Umsätzen? Ein Amazon-Import ist nicht verfügbar. Wer ihn braucht, kann eine echte Beispieldatei einsenden (Daten-Prämie) – gebaut wird nach Nachfrage.
Laden Sie den Bestellexport eines Monats hoch und prüfen Sie den Buchungsstapel in der Vorschau: https://buchungsstapel.de/.